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Offene Beine

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Die Behandlung von Durchblutungsstörungen an den Beinschlagadern (Schaufensterkrankheit, Raucherbein) zählt zu den Hauptaufgaben der Klinik.

Alle konservativen oder operativen Behandlungsverfahren kommen zur Anwendung in enger Zusammenarbeit mit der Angiologie: Neben den etablierten operativen Methoden (Ausschälplastiken, Bypass-Operationen) werden im Verhältnis deutlich zunehmend moderne minimalinvasive Techniken wie die Ballonkatheter-Aufdehnung (PTA) oder das Einbringen von Gefäßstützen (Stent) angewandt.

Hier ist oft ein kurzstationärer Aufenthalt von 2-3 Tagen ausreichend. Oft sind größere Operationen durch diese minimalinvasiven Techniken vermeidbar. Komplexe und dringende Fälle können im Hybrid-OP dabei in einer Sitzung diagnostiziert, und sowohl minimal – invasiv als auch offen oder in Kombination behandelt werden.

Wir haben auf dem Gebieten der Angioplastie und Stentimplantationen in den letzten vier Jahren die OP-Zahlen vervierfacht und führen inzwischen jährlich mehr als 250 minimalinvasive Eingriffe durch.

Rekonstruktion peripherer Gefäße und Bypass-Chirurgie, also Umgehung eines Engpasses im Gefäßbereich sowohl im Arm als auch im Beinbereich, ist sowohl bei der so genannten Schaufensterkrankheit indiziert, als auch bei Ruheschmerzen oder gar bedrohten Extremitäten

Cruraler Bypass - angelegte Umgehung bis zum Unterschenkel und pedale Bypässe, beispielsweise bei Komplikationen durch Zuckerkrankheit sind oft die einzige Möglichkeit den Fuß zu erhalten. Hier werden routinemäßig sowohl von den Beinen als auch vom Arm die nötigen Venen als Umgehungskreislauf entnommen und verwendet.

Erkrankungen an Gefäßen, die den Kopf und das Gehirn versorgen.

Die Diagnostik der Hirndurchblutungsstörungen wurde durch bildgebende Ultraschallverfahren in Kombination mit Flussmessung (Farbduplex-Sonographie), durch die MRT-Angiographie sowie das Angio-CT so weit verbessert, dass fast immer eine invasive Darstellung mittels Angiographie vermieden werden kann.

In den letzten Jahren haben ausgedehnte wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen, dass die Operation der Halsschlagader bei ganz bestimmten, meist hochgradigen Einengungen der Halsschlagader indiziert ist. Wir richten uns bei der Indikationsstellung zur Operation und selten Intervention (Stenteinlage) streng an die Empfehlungen der Deutschen Fachgesellschaften für Gefäßchirurgie, Neurologie und Angiologie. Die Behandlung kann sowohl in Vollnarkose als auch in regionaler Betäubung und bei der Stent-Einlage in lokaler Betäubung erfolgen. Eine direkte Erfolgskontrolle unter der Operation ist Standard.

Erweiterungen der Hauptschlagadern und Venen (Aneurysma)

Offen und endovaskulär ( Katheter Methode – minimal invasiv) – im Bereich der Extremitäten, der Hals- , der Brust- sowie Bauchschlagader

Fast alle Patienten mit erweiterten Schlagadern, insbesondere mit einem abdominellen Aortenaneurysma (AAA) sind beschwerdefrei. Dabei ist die Behandlung ab einem Durchmesser von 5 cm unterhalb der Nierenarterien im Bauchraum und ab 6 cm im Brustraum (TAA) notwendig, um als einziges Verfahren eine Ruptur zu verhindern.

In einigen Ländern wird bereits heute eine Screening-Untersuchung mit Ultraschall angeboten ähnlich der Krebsvorsorgeuntersuchungen: somit kann das Platzen, das sehr häufig zum Tode führt (zehnthäufigste Todesursache bei Männern über 65 Jahren), verhindert werden.

Abhängig von der Form und Ausdehnung (Beteiligung weiterer Gefäße) ist häufig als meist schonenderes Verfahren die endovaskuläre Therapie mittels ummantelten Stentprothesen (EVAR im Bauchraum und TEVAR im Brustraum) möglich.

Durch die Anwendung von CO2 in einer hochwertigen Angiographie-Operationsanlage (Hybrid-OP) stehen dies Verfahren auch Patienten mit Schäden an der Niere ohne zusätzliches Risiko zur Verfügung.

Insbesondere der Gefäßchirurg als endovaskulärer Chirurg und endovaskulärer Spezialist kann nach Durchführung einer sogenannten Mess-Angio-Computer-Tomographie, die rund um die Uhr bei uns zur Verfügung steht, eine entsprechende Risikoabschätzung und Planung des Eingriffes vornehmen. Hierdurch kann die Liegezeit im Krankenhaus erheblich verkürzt werden.

Die herkömmliche offene Operation bleibt für komplexe Anatomien aber auch für junge Patienten mit wenig Begleitrisiken eine sehr bewährte Option für eine dauerhafte Behandlung.

Die Expertise in beiden Behandlungsverfahren (offen – endovaskulär) kommt den Patienten auch bei Erweiterungen in anderen Regionen des Körpers ( z.B. Kniekehle, Armarterie, Halsarterie, Darmarterien, Beckenarterien und - venen) zu Gute.

Dialyse – Zugangs- Chirurgie

Das gesamte Spektrum bei der Versorgung der Dialyse-Patienten mit Dialyse-Kathetern, bei Shunt-Anlagen und Korrektur-Eingriffen wird rund um die Uhr angeboten.

Sollte das lebenswichtige Organ Niere seine Dienste versagen, gibt es zwei sogenannte Nierenersatzverfahren: Zum einen die Bauchfell- oder Peritonealdialyse, bei der über einen Kunststoff-Schlauch sterile Lösung in den Bauchraum läuft, dort die Giftstoffe aufnimmt und anschließend wieder abgelassen wird.

Dieses Verfahren führen die Betroffenen selbständig zu Hause durch. Zum anderen die klassische „Blutwäsche“, bei der die Giftstoffe durch einen Dialysefilter aus dem Blut entfernt werden. Da man über mehrere Stunden in der Woche große Mengen Blutes so behandeln muss, werden kaliberstarke Gefäßzugänge benötigt.

Es gibt drei Möglichkeiten:

Venenkatheter, Kunststoff-Verbindungen zwischen Arterie und Vene (=Prothesen-Shunt) und die direkte Annaht einer körpereigene Vene auf eine Arterie (=Nativ-Shunt). Kunststoffkatheter landen jeweils mit der Spitze in einer großen Körpervene und können unterschieden werden in nicht-getunnelte und getunnelte. Dies hat Konsequenz darauf, wie lange ein Katheter genutzt werden kann, ohne das Risiko einer Infektion zu sehr zu erhöhen. Mit den unter der Haut verlaufenden Shunts ist diese Gefahr geringer; außerdem wird den Erkrankten beispielsweise Schwimmen möglich.

Als beste Möglichkeit des Dialysezugangs haben sich die Unterarm-Shunts bewährt, welche als direkte Verbindung des zu- und abführenden Gefäßes in der Nähe des Handgelenks hergestellt werden. Mit ihnen kann die Behandlung oft viele Jahre gut durchgeführt werden.

Da die Shuntchirurgie eine für den Patienten sehr entscheidende Folge für die Lebensqualität besitzt, werden sämtliche Eingriffe zusammen mit der Nephrologie im ambulanten und stationären Bereich geplant und durchgeführt. Die entsprechende Koordination durch eine zum Gefäßteam gehörenden Nephrologin ist dabei von besonderem Vorteil.

Venenchirurgie

Behandlung von Krampfadern in der Varizenchirurgie ambulant und stationär nach neuesten medizinischen Erkenntnissen.

Flyer "Krampfadern adé" (PDF)

Offene Beine Ulcus cruris (Unterschenkelgeschwür)

Das so genannte offene Bein hat meist seine Ursachen in der Störung der Venenklappenfunktion der Beine. Auch nach einer tiefen Beinvenenthrombose ist es aber möglich, hier nach entsprechender Diagnostik durch entsprechende konservative Behandlung (Kompressionstherapie) oft auch noch durch gezielte operative Maßnahmen (gezielte oberflächliche Venenentnahme, Geschwürsäuberung und –glättung) eine dauerhafte Besserung zu erreichen.

In unserem speziellen Wundzentrum behandeln wir stationär schwierige, chronische, nicht heilende Wunden wie z.B. diabetische Füße und offene Beine (Durchblutungssicherung, Beendigung von Stauungsschäden, insbesondere durch defekte Venen, Vakuumtherapie, Hautverpflanzung), um sie möglichst rasch wieder in die ambulante Betreuung abgeben zu können.

Beinvenenthrombose

Die tiefe Beinvenenthrombose ist nach wie vor eine Domäne der konservativen, medikamentösen Therapie.

Selten kann eine Operation im frühen Stadium eine Besserung bewirken. In neuester Zeit ist es aber in ausgesuchten Fällen möglich, durch Wiederherstellung des Blutabflusses, insbesondere im Beckenbereich, mit Unterstützung durch spezielle Drahtgeflechte (Stents), die über die Leiste oder die Kniekehle minimalinvasiv eingebracht werden, Besserung zu erreichen, gelegentlich auch noch im chronischen Stadium

 

Komplexe Entstauungstherapie / Lymphgefäßerkrankungen

Erst nach der differentialdiagnostischen Abklärung von Schwellungen (Ödemen) der Beine wird es den Ärzten möglich, gezielt zu therapieren. Verschiedene Fachspezialisten arbeiten zusammen, wenn es gilt, den besten Therapieweg zu beschreiten.

Beispielsweise wird im Vorfeld zu Kontrastmitteluntersuchungen oder Operationen besonderer Wert darauf gelegt, die Herz-, Schilddrüsen und Nierenfunktion abzuklären.

Behandlung des diabetischen Fußsyndroms

Komplikationen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind häufig Einengungen und Verschlüsse großer und kleiner Gefäße, insbesondere im Bereich des Fußes. Dazu kommt oft eine Gefühlsstörung ( periphere Polyneuropathie), so dass insbesondere an Zehen und Füßen Durchblutungsstörungen und Wunden auch mehr oder weniger unbemerkt auftreten können. Nur durch rechtzeitige konsequente Beobachtung und konservative oder operative Therapie unter Mitbetreuung eines Diabetologen, gelingt es, die Durchblutung wieder zu verbessern und größere Gliedmaßenamputationen zu vermeiden.

Hier hat die cruro-pedale Bypass-Chirurgie (Venen-Bypass-Anlage unterhalb des Kniegelenks auf ein oder mehrere Unterschenkel-Fuß-Gefäße) einen festen Stellenwert.

Wenn auch Amputationen nicht immer vermeidbar sind, so sind diese deutlich seltener geworden, wenn rechtzeitig, oft nur durch entsprechend gezielte Diagnostik und minimalinvasive Therapie mit Dilatationen bis in den Fußbereich (pedale PTA) über die Leiste, die Durchblutung stabilisiert wird. Wichtig ist hierbei die konsequente Nachsorge und Beobachtung, um ggf. rechtzeitig einen Eingriff wiederholen zu können, da diese chronische Erkrankung nicht zum Stillstand kommt!

Unabdingbar ist hier die ambulant-stationär übergreifende Versorgung. Deshalb besteht auch eine
Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der DDG über die ambulante Einrichtung Dres. Markus und Martin Braun, Burghausen