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Leistungsspektrum

Bei jedem Notfallpatienten erfolgt unmittelbar nach Ankunft in der Notaufnahme eine strukturierte Ersteinschätzung (Triage) zur Beurteilung der akuten Beschwerden bzw. Verletzung.

Hierfür stehen rund um die Uhr speziell geschulte Mitarbeiter mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Notfallversorgung sowie zertifizierter Teilnahme an einem entsprechenden Ausbildungskurs zur Triage zur Verfügung.

Die Triage an den Kreiskliniken wird nach dem international anerkannten ESI-Algorithmus (Emergency Severity Index) durchgeführt.

Hierbei wird eine Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit in 5 Stufen durchgeführt, vom lebensbedrohlich bis hin zum leicht erkrankten oder verletzten Patienten.

Daher richtet sich auch die weitere Behandlungsreihenfolge nicht nach der Ankunftszeit in der Notaufnahme, sondern nach der Dringlichkeit der medizinischen Behandlung. So haben z.B. Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall Vorrang und erhalten eine sofortige ärztliche Versorgung.

Ein großer Anteil unserer Patienten wird durch den Rettungsdienst in die Nothilfen in Altötting und Burghausen gebracht.


Zur Koordination aller Voranmeldungen von Patienten durch den Rettungsdienst gibt es rund um die Uhr einen standortübergreifenden gemeinsamen Klinikdisponenten.


Dieser Mitarbeiter nimmt die telefonische Voranmeldung des Rettungsdienstes entgegen und entscheidet in Abhängigkeit vom Beschwerdebild des Patienten, der aktuellen Auslastung an beiden Nothilfe-Standorten sowie der Bettenkapazität auf allen Normal- und Überwachungsstationen an beiden Klinik-Standorten, wohin der Patient gebracht wird. Ziel ist dabei insbesondere, die Wartezeit für den Patienten möglichst gering zu halten.


Zusätzlich erhält die Klinik über eine elektronische Schnittstelle zum Rettungsdienst (System NIDA) bereits vor Eintreffen des Patienten umfassende weitere Informationen. Hierzu gehören administrative Patientendaten, die voraussichtliche Ankunftszeit in der Nothilfe, relevante medizinische Befunde vom Einsatzort (Messwerte wie Blutdruck, Puls und Temperatur, EKG) sowie Bilder von der Unfallstelle (beispielsweise bei Verkehrsunfällen).


Durch diese lückenlose Informationskette an der Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Klinik kann die medizinische Behandlung in der Nothilfe unmittelbar und qualitativ hochwertig fortgeführt werden.

Die Behandlung in der Nothilfe umfasst verschiedene Abschnitte:

Bei Ankunft erfolgt zunächst die administrative Aufnahme an der Nothilfe-Leitstelle mit Erfassung der wichtigsten Personalien (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Versicherung, etc.).

Anschließend wird durch speziell geschulte Mitarbeiter die Behandlungsdringlichkeit festgelegt (Triage).

Je nach Erkrankungs- oder Verletzungsschwere sowie aktuellem Patientenaufkommen in der Nothilfe darf der Patient zunächst noch im Wartezimmer Platz nehmen oder wird direkt einem Behandlungsraum zugewiesen.

Im Behandlungsraum wird der Patient vom Arzt ausführlich befragt und gründlich untersucht. In der Nothilfe sind rund um die Uhr Ärzte aller Fachabteilungen der Kreiskliniken vertreten.

Weitere Untersuchungen werden bedarfsweise eingeleitet (z.B. Blutabnahme, Röntgenuntersuchung, Ultraschall), ebenso alle erforderlichen Behandlungsmaßnahmen (z.B. Gabe von Schmerzmitteln bei starken Schmerzen oder Antibiotika bei schweren Infektionen, Versorgung von Wunden).

Am Ende führt der Arzt mit dem Patienten eine Befundbesprechung durch und gemeinsam wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Bei ambulanter Notfallbehandlung erhält der Patient einen Arztbericht mit den weiteren Empfehlungen für den Hausarzt.


Bei stationärer Aufnahme wird der Patient direkt von der Nothilfe auf die fachspezifische Station gebracht.

Für alle lebensbedrohlich Erkrankten oder Verletzten steht in der Nothilfe rund um die Uhr bei Bedarf eine umfassende medizinische Behandlung im Schockraum zur Verfügung.

Patienten, die im Schockraum versorgt werden, sind beispielsweise Mehrfach- und Schwerverletzte (Polytrauma) sowie Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand, schwerer Atemnot oder Bewusstseinsstörungen.

Nach der strukturierten Übergabe durch Notarzt und Rettungsdienst erfolgt die Behandlung nach definierten Abläufen durch ein interdisziplinäres Team aus Ärzten aller erforderlichen Fachabteilungen mit den entsprechenden Qualifikationen zur Schockraumversorgung sowie Pflegekräften der Nothilfe und Anästhesie.

Für die Versorgung unfallchirurgischer Patienten ist die Kreisklinik Altötting als „Regionales Traumazentrum“ im TraumaNetzwerk München-Oberbayern-Süd durch die deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert.

Am Standort Altötting ist der Nothilfe eine Aufnahmestation mit 10 Betten angegliedert. Diese befindet sich mit vollwertig ausgestatteten Patientenzimmern auf einer Normalstation im Erdgeschoss nahe der Nothilfe.

Die Aufnahmestation dient als Beobachtungsstation bei unklaren akuten Beschwerden (z.B. akute Bauchschmerzen). Hier werden Patienten aller Fachrichtungen weiterbetreut, die nach der Erstbehandlung in der Nothilfe noch nicht sicher entlassen werden können und weitere Kontrolluntersuchungen oder Behandlungsmaßnahmen benötigen.

Am nächsten Morgen erfolgt hier unmittelbar durch Oberärzte der jeweiligen Fachabteilungen eine Visite. Bei dieser wird entschieden, ob der Patient nach einer Nacht bereits wieder entlassen werden kann oder doch ein längerer stationärer Behandlungsbedarf und weitere Untersuchungen notwendig sind.