Töging: Vortrag zum Thema „Sodbrand“ ein voller Erfolg

TÖGING. „Etwa 10 bis 20 Prozent der Deutschen leiden an Reflux, welcher für das unangenehme Sodbrennen verantwortlich ist“, so Chefarzt Dr. Christian Jurowich, Leiter der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie an den Kreiskliniken Altötting-Burghausen. Der Vortragsraum im Seminarhaus „Netzwerk“ in Töging war am frühen Mittwochabend nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. „Sodbrennen ist eine Volkskrankheit“, erklärte Dr. Jurowich und das merkte man auch am großen Interesse der Zuhörer. Oberarzt Dr. Filser zählte die Hauptursachen für den so genannten „Reflux“ auf, also den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre: Alkohol, Nikotin, fettes Essen in der Nacht, Übergewicht und bestimmte Medikamente. Wer mehrmals in der Woche über Sodbrennen klagt, so Dr. Filser, leidet möglicherweise an einer Refluxkrankheit. „In der Regel verordnet der Hausarzt dann zunächst Säureblocker.“ Die Nebenwirkung dieser „Protonenpumpenhemmer“ wie Pantoprazol oder Omeprazol seien, neuesten Studien zufolge, weitaus geringer als bisher angenommen. Für viele Patienten sei eine Therapie mit diesen Wirkstoffen bereits ausreichend. „Falls jedoch keine ausreichende Besserung eintritt, ist der nächste Schritt eine Magenspiegelung.“ Um absolut sicher abzuklären, ob ein Reflux oder eine andere Erkrankung vorliege, sollte eine spezielle „Funktionsdiagnostik“ mittels 24-Stunden-Säure-Messung und Druckmessung in der Speiseröhre im medizinischen Versorgungszentrum in Burghausen gemacht werden, rät Dr. Filser. „Für einen kleinen Teil der Refluxgeplagten empfiehlt sich als letztes Mittel ein operativer Eingriff“, so Dr. Jurowich und er fügt hinzu: „Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv, also mit kleinen Schnitten.“ Mit körpereigenem Gewebe werde eine Magenmanschette als Refluxbarriere angelegt.  Ein neueres und bislang nur an wenigen Zentren angebotenes Operationsverfahren, könne sogar im Rahmen einer Magenspiegelung, dann allerdings in Vollnarkose, durchgeführt werden. Sämtliche dieser speziellen Methoden in diesem Bereich werden in Altötting routiniert und häufig durchgeführt. Bürgermeister Tobias Windhorst, als Veranstalter des Vortragsabends, lauschte selbst interessiert den Ausführungen der beiden Ärzte. Er bedankte sich im Anschluss an den Vortrag und lobte die Qualität der Mediziner in den Kreiskliniken Altötting-Burghausen. Man müsse für eine hervorragende Behandlung nicht in andere Landkreise fahren. Das Publikum bedachte die Klinikärzte mit lang anhaltendem Applaus und nutzte ausgiebig die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Organisation der gelungenen Veranstaltung hatte der Töginger CSU-Stadtrat Daniel Blaschke übernommen. Er ist selbst an den Kreisklinken Altötting-Burghausen beschäftigt.

Bild: Chefarzt PD Dr. Christian Jurowich und Oberarzt Dr. Jörg Filser überzeugten in Töging. (Foto: Schmitzer)

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