Noch bessere Hilfe bei Schlaganfall: TEMPiS FIT bei den Kreiskliniken Altötting-Burghausen

Pressetext der Kreiskliniken Altötting-Burghausen zur Einführung von TEMPiS FIT:

Die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist der Schlaganfall. Etwa 260.000 Menschen sind jährlich davon betroffen. Seit einigen Jahren gibt es eine neue Behandlungsmethode, die in besonders schweren Fällen helfen kann: die Thrombektomie. Hierbei wird das Blutgerinnsel, das eine Hirnarterie verstopft, mithilfe eines Katheters entfernt und so die Durchblutung wiederhergestellt. Der Eingriff erfordert eine große medizinische Expertise und Zeit ist ein entscheidender Faktor. Wird der Patient rechtzeitig behandelt, lassen sich auch bei schweren Fällen oft massive Behinderungen vermeiden.
Das Projekt TEMPiS FIT (TEMPiS Flying Interventionalists), das ab 1. Oktober 2019 an den Kreiskliniken Altötting-Burghausen offiziell eingeführt und dann auch zeitnah praktisch umgesetzt wird, ermöglicht diese erweiterte medizinische Versorgung von Schlaganfallpatienten.
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Patient mit Schlaganfallsymptomen von den Ärzten der Neurologie der Kreisklink Altötting untersucht wird und, falls medizinisch angezeigt, die Experten von TEMPiS eingeschaltet werden. Stellt sich heraus, dass eine Thrombektomie durchgeführt werden muss, machen sich die „fliegenden Ärzte“ per Helikopter auf den Weg. Gleichzeitig wird der Patient in der Partnerklinik bereits optimal vorbereitet. So kann das Interventionsteam, bestehend aus Arzt und Assistent, gleich nach der Ankunft mit dem Eingriff beginnen. Im Vergleich zu einer konventionellen Verlegung können so nach Einschätzung des Projektleiters, Dr. Gordian Hubert, bis zu 100 Minuten eingespart werden. Ein entscheidender Faktor, denn bis zur Behandlung sterben nach einem Schlaganfall im Schnitt jede Minute 1,9 Millionen Nervenzellen ab.
„Wir freuen uns über die Etablierung einer neuen, innovativen Behandlungsform für unsere Patienten mit akutem Schlaganfall“, so Dr. med. Karlheinz Luxner, Chefarzt der Neurologischen Klinik an der Kreisklinik Altötting im Rahmen der offiziellen TEMPiS-FIT-Einführung. Dr. Luxner: „Die Kreiskliniken Altötting-Burghausen können damit das Spektrum der Behandlung unserer fast 600 Schlaganfall-Patienten im Jahr nochmals um eine weitere, entscheidende Behandlungsoption erweitern.“
Klinikvorstand Michael Prostmeier machte deutlich, dass im Gegenzug die Fachkompetenz der Neurologie an den Kreisklinken Altötting-Burghausen dem TEMPiS-Netzwerk zur Verfügung gestellt werde. „Die Kreiskliniken bieten nun eine deutliche  Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten“, freute sich Landrat Erwin Schneider. „Es ist ein neues und spannendes Thema und ich bedanke mich bei allen, die das in unseren Kliniken möglich gemacht haben.“

Weitere Informationen:
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Im TEMPiS-Netzwerk werden jedes Jahr über 10.000 Schlaganfallpatienten in 23 regionalen Kliniken in Süd-Ost-Bayern behandelt. Kompetente Unterstützung erhalten die Ärzte vor Ort dabei durch Spezialisten aus den Schlaganfallzentren in München-Harlaching und in der Universitätsklinik in Regensburg - und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Projektpartner und Finanzierung
Projektträger ist das Städtische Klinikum München, Kooperationspartner sind das Klinikum rechts der Isar der TU München, das Universitätsklinikum Regensburg und die regionalen Kliniken des TEMPiS-Netzwerks. Die Finanzierung des Projektes erfolgt vollständig durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Die wissenschaftliche Auswertung wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) gefördert.
Kooperationspartner für die Helikopterflüge sind die ADAC Luftrettung gGmbH sowie die HTM Helicopter Travel Munich GmbH. Die ADAC Luftrettung unterstützt solche zukunftsweisenden Projekte zur Weiterentwicklung der Luftrettung seit ihrer Gründung. So ist sie für die Forschung zur Verbesserung der Rettung aus Lebensgefahr und notfallmedizinischen Versorgung aus der Luft ein idealer Kooperationspartner.

Bild: (v. li.) Dr. Hanni Wiestler (TEMPiS Konsilärztin), Landrat Erwin Schneider, Dr. Karlheinz Luxner (Chefarzt der Neurologischen Klinik), Nina Schütt-Becker (Therapeutische Leitung TEMPiS), Dr. Gordian Hubert (TEMPiS Netzwerkkoordinator) und Klinikvorstand Michael Prostmeier. (Foto: Schmitzer)

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